Haarige Geschichte
Juli 17, 2008
Gespeichert unter Täglicher Wahnsinn
Schlagworte: Anwalt, Friseur, Styling, Udo Walz
Irgendwann lässt es sich nicht mehr vermeiden. Da muss das Gestrüp auf meinem Haupt mal wieder professionell in seine Schranken gewiesen werden. Ich sitze eh nur den ganzen Tag rum. Und bis zum Friseur schaffe ich es mit Krücken. Da ich nicht gewillt bin, mein halbes Gehalt für einen Friseurbesuch zu opfern, muss es auch der Salon in einem großen Kaufhaus tun. Schließlich müssen die ihr Handwerk lernen, wie alle anderen auch. Zudem bin ich nicht auf das ultimative „Instyling“ aus.
Ich habe Glück, ich darf da bleiben, sprich es ist ein Termin frei. Ich werde zu einem Stuhl geleitet, mein Mantel wird mir abgenommen und aufgehangen, Zeitschriften werden mir gebracht. Was Krücken alles so bewirken. Dann ist die Friseurtante wieder weg. Ein Getränk bekomme ich nicht, nun gut ich wollte es ja nicht anders. Das Ambiente ist auch eher mäßig. Altbacken, etwas unbeholfen. Ich wollte es ja nicht anders. Ich überlege, ob ich die Haare meiner Vorgänger auf dem Tischchen vor mir ekelig finden soll. Ich wollte es ja nicht anders.
Die Gal.a, sowie die Re.vu, Bild der Frau sind seit Minuten durchgeblättert. Es kümmert sich keiner um mich. Keiner ist zu sehen. Die Minuten vergehen. Ich überlege einfach zu gehen. Aber ich habe ja eh nix zu tun, also sitze ich das Ganze mal aus. Es vergehen weitere Minuten, wir sind jetzt bei 30, ohne das jemand weiter Notiz von mir nimmt. Zu hören ist einzig ein Fön und das Geklapper und Gegacker aus der vermuteten Kaffeküche.
Die letzte Zigarette scheint aufgeraucht, denn Anneliese erscheint. Mindestens 50, Kampfgewicht 90 Kilo. „Was machen wir denn bei Ihnen?“
So ihr könnt jetzt aus drei Varianten wählen, wie die Geschichte weitergeht.
a) Ich beschwere mich erstmal lauthals über den sensationel schlechten Services. Frage wo mein Käffchen bleibt und das mir ja so was noch nie passiert ist. Ob sie es nicht nötig hätten. Darauf hin rächt sich Anneliese, in dem meine langen Haare jetzt nur noch bis zu den Ohren reichen und zudem in allen möglichen Grüntönen schillern. Dafür wird Anneliese jetzt mal meinen Anwalt kennen lernen und ich dafür Udo Walz, selbstverständlich auf ihre Kosten.
b) Ich beschwere mich erstmal lauthals über den sensationel schlechten Services. Frage wo mein Käffchen bleibt und das mir ja so was noch nie passiert ist. Ob sie es nicht nötig hätten. Anneliese ist darauf hin sehr kleinlaut. Von dem nächsten Coffeshop wird mir eine Latte vom Feinsten gebracht. Ich bekommen ein Hairtreatment mit allem Schnipp und Schnapp und brauche dafür am Ende auch nichts zahlen. Anneliese entschuldigt sich nochmal, sie wäre ja nicht mehr die Jüngste, ihr Mann ist seit Jahren arbeitslos sowie ihr Sohn auch etc.
c) „Bitte einmal waschen und schneiden“. Aus Angst vor Szenario a) sage ich nichts. Anneliese macht ihren Job wirklich ordentlich. Ich bezahle und gehe wieder nach Hause, wo es Schätzelein bisher noch nicht aufgefallen ist, dass ich überhaupt beim Friseur war.
Ich wäre für C das ist irgendwie Realistischer
Tja, ich tippe irgendwie auch auf C…
(So ist das mit den Männern…)
Hahaha…. ich tippe auf Variante C
Alle Kandidaten haben richtig getippt
jipie
wie lange bist den noch krank?
Montag muss der Flunke mal zur Kernspin, um zu sehen, was ihn da so umtreibt. Ich hoffe aber, dass es bis dahin schon wieder besser ist.
Tja das ist leider traurig aber wahr, den meisten Männern fällt soetwas genauso wenig auf wie z.b. eine neue Brille oder neue Schuhe. ABER: Da ich ja selbst zum männlichen Geschlecht gehöre habe ich die perfekte Ausrede für uns parat: „Der Grund warum wir das nicht sehen ist, weil wir so Personenbezogen sind und deshalb unsere Umwelt fast kaum wahr nehmen!“